"Das ist ein Meilenstein in meiner Karriere"

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  • "Das ist ein Meilenstein in meiner Karriere"

    Ried - „Wissen Sie, was Druck ist?“, fragte Franco Foda einen Reporter, der wissen wollte, ob er in diesem Spiel besonders unter Druck gestanden sei.

    „Druck ist, wenn man irgendwo im Meer schwimmt, und es kommt ein weißer Hai.“

    Nach dem 1:0-Sieg in Ried und dem damit verbundenen Einzug ins Finale des ÖFB-Cups war die Erleichterung im Lager des SK Sturm allseits spürbar.

    Im Endspiel am 16. Mai gegen den SC Wiener Neustadt lebt nicht nur die Chance auf den ersten Titel seit dem Double im Jahr 1999.

    „Gewusst, worum es geht“

    Außerdem sind die Grazer nur noch einen Sieg vom Erreichen des Saison-Ziels, der Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb, entfernt.

    In der Liga scheint dies ob der acht Punkte Rückstand auf die drittplatzierte Austria fünf Runden vor Meisterschaftsende bekanntlich kaum noch realisierbar.

    „Wir haben natürlich gewusst, um was es geht“, erklärte Mario Kienzl, der seine Elf im Innviertel als Kapitän aufs Feld führte:

    „Wir haben in den letzten zwei Wochen leider die Chance über die Meisterschaft mehr oder weniger verspielt. Deshalb war es unsere letzte Chance auf einen internationalen Startplatz. Darum war der Druck sehr hoch bei uns.“

    „Meilenstein in meiner Karriere“

    Für den Mittelfeldspieler ist das gelöste Endspiel-Ticket etwas ganz besonderes: „Ich war noch nie in einem Finale, von dem her ist es fußballerisch das Schönste, was ich bis jetzt erlebt habe.“

    Ähnliche Superlative wählte Mario Sonnleitner: „Das ist ein Meilenstein in meiner Karriere. Ich war noch nie in einem Cup-Finale. Das ist für jeden Spieler ein Höhepunkt. Jetzt werden wir schauen, dass wir am 16. Mai auch den Pokal holen.“

    Im Halbfinale in Ried musste Sturm zwar jede Menge Geduld aufbringen, ging letztlich aber durch einen Kopfball-Treffer von Klemen Lavric in Minute 19 als verdienter Sieger vom Platz.

    Die Gastgeber bemühten sich vor 3500 Zuschauern zwar redlich um den Ausgleich, Sturm hatte jedoch die besseren Chancen auf einen weiteren Treffer. Sowohl Manuel Weber als auch Lavric zielten jedoch nach der Pause zu genau und trafen nur die Stange.

    „Hätten die Entscheidung früher machen müssen“

    „Wir haben das Spiel von Anfang an kontrolliert und den Gegner sehr gut im Griff gehabt. Ich kann mich nicht erinnern, das Ried eine hundertprozentige Chance gehabt hat. Von unseren Möglichkeiten her hätten wir die Entscheidung schon früher machen müssen“, erklärte Peter Hlinka, der aufgrund einer Gelb-Sperre das Endspiel verpassen wird.

    Die „Blackies“ profitierten von einer konzentrierten Abwehrleistung. Auf spielerischen Glanz kommt es in einem K.o.-Spiel laut Sonnleitner ohnehin nur bedingt an: „Wir brauchen keinen Schönheitspreis gewinnen, man muss einfach in die nächste Runde aufsteigen. Das ist uns gelungen.“

    Für den Innenverteidiger wird das Cup-Finale der letzte Auftritt im Sturm-Dress. Der 23-Jährige hat schon vor einigen Wochen seinen Abschied nach Saisonende angekündigt:

    „Ich will natürlich als krönenden Abschluss meiner drei Jahre bei Sturm den Pokal holen. Wir werden alles daran setzen.“

    Hlinka wird Sturm wohl verlassen

    Hlinka wiederum verpasst aufgrund seiner Sperre das wahrscheinlich letzte Highlight seiner zweiten Sturm-Ära. Am Rande des Spiels sickerte durch, dass der Vertrag des Slowaken nicht verlängert wird.

    Der Mittelfeld-Stratege, der zuletzt mit der Austria in Verbindung gebracht wurde, zu seiner aktuellen Situation bei LAOLA1: „Mit Sturm führe ich zurzeit leider keine Gespräche. Alles deutet darauf hin, dass ich den Verein verlassen werde.“

    „Ich habe mit Oliver Kreuzer zuletzt im Winter gesprochen. Das ist aber schon relativ lange her. Ich habe immer betont, dass ich gerne in Graz bleiben würde. Aber was soll ich tun, wenn man nicht mit mir spricht?“

    Bezüglich des kolportierten Interesses von den Veilchen gibt sich Hlinka bedeckt. Ihm lägen einige Angebote vor: „Ich habe mehrere Optionen und werde mich in den nächsten Tagen entscheiden.“

    „In Drucksituation befreit aufgespielt“

    Entschieden hat sich Foda in Ried für eine überraschende Aufstellungsvariante. Manuel Weber ersetzte den an der Schulter verletzten Andreas Hölzl im rechten Mittelfeld.

    „Aufgrund der Tatsache, dass Hölzl und Bukva ausgefallen sind, habe ich mir natürlich etwas überlegen müssen. Ich hatte im Hinterkopf, dass Manuel in Kärnten schon einmal rechts gespielt hat. Er hat seine Sache toll gemacht“, lobte der Deutsche seinen Schützling.

    Mit Lob brauchte Foda, der am Freitag seinen 44. Geburtstag feiert, ohnehin nicht zu sparen: "Die Mannschaft hat toll gespielt, verdient gewonnen, alle taktischen Maßnahmen zu 100 Prozent umgesetzt. Ich bin sehr zufrieden, dass sie in so einer Drucksituation so befreit aufgespielt hat.“

    Die Sache mit dem Druck. Im Finale in der Klagenfurter EM-Arena wird Sturm diesen erneut verspüren. Aber auch im Wörthersee gibt es frei nach Foda keine weißen Haie...

    Aus Ried berichtet Peter Altmann
    Quelle: laola1.at