Unsere drei Neuzugänge im Gespräch - Teil 1

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  • Unsere drei Neuzugänge im Gespräch - Teil 1

    Ihr seid jetzt ca. einen Monat mit an Bord. Wie habt ihr euch eingelebt? Fühlt ihr euch schon in die Mannschaft integriert?
    Christoph: Für mich war es eigentlich ziemlich leicht, mit ein paar Spielern habe ich ja schon früher zusammengespielt. Auch das ganze Rundherum, wie der Zeugwart und die Masseure, ist mir noch sehr vertraut. Dadurch, dass ich während meiner Zeit in Kapfenberg in Graz gewohnt habe, habe ich auch schon einige neue Spieler kennen gelernt. Der „Earl“ (Martin Ehrenreich, Anm.d.Red.) hat mich besonders gut aufgenommen (lacht).
    Srdjan: Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe, bei Sturm zu spielen, und dass ich nicht mehr mit Kapfenberg tief im Abstiegskampf stecke. Hier kann ich viel vom Trainer und der ganzen Mannschaft lernen. Zudem erspare ich mir das Pendeln nach Kapfenberg. Ich lebe schon sechs Jahre lang in Graz. Dadurch kenne ich auch einige Spieler. Die Mannschaft ist okay, der Trainer ist okay. Jetzt liegt es an mir. Ich möchte zeigen, was ich drauf habe.
    Rubin: Ich wurde auch super aufgenommen. Ich war halt eine Woche krank, deshalb habe ich die Mannschaft erst mit etwas Verspätung kennen gelernt. Ein paar Mitspieler kenne ich vom Nationalteam her. Die Integration ist sehr schnell gegangen. Es ist eine super Truppe mit einem guten Zusammenhalt, wo jeder für den anderen da ist.
    Rubin, bei dir ist der Wechsel ja in allerletzter Sekunde über die Bühne gegangen. Was war das für ein Gefühl, als das erste Mal der Name „Sturm Graz“ gefallen ist?
    R: Als Roman Kienast zur Austria gewechselt ist, hat mich mein Berater gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, zu Sturm zu wechseln. Da musste ich nicht lange überlegen und habe ihm mitgeteilt, dass ich das gerne machen würde. Anschließend habe ich mit dem Trainer ein positives Gespräch geführt und dann war halt die Frage offen, ob sich die beiden Klubs einigen können. Am 30. Jänner hat es eigentlich gut ausgesehen, aber am 31. (letzter Tag des Transferfensters, Anm.d.Red.) in der Früh hat es dann plötzlich geheißen, dass sie mich nicht ziehen lassen. Das musste ich hinnehmen. Um 22 Uhr war ich dann schon im Bett und habe mir eine DVD angeschaut, als ich plötzlich einen Anruf von meinem Berater erhielt, dass es doch klappen würde und ich mich bereit machen und ins Büro fahren solle. Dann war ich um 23 Uhr im Büro von St. Truiden, wo es viel Hektik gab, weil man die Abwicklung des Transfers zwischen Nürnberg, St. Truiden und Sturm koordinieren musste. Ich glaube, die letzte Email ist wirklich eine Minute vor Mitternacht (Transferschluss, Anm.d.Red.) eingegangen. Zehn Minuten später habe ich dann erfahren, dass alles rechtzeitig im Computersystem erfasst wurde und der Transfer „last minute“ geklappt hat.
    Srdjan, für dich kam das Interesse Sturms auch überraschend. Wie hat es sich bei dir zugetragen?
    S: Ich hatte Probleme mit dem neuen Trainer in Kapfenberg (Thomas von Heesen, Anm.d.Red.), der mir mitgeteilt hat, dass er mich nicht mehr braucht und ich mir einen neuen Klub suchen soll. Mein Manager hat mir daraufhin gesagt, dass ich Geduld aufbringen muss, während er für mich einen neuen Verein sucht. Dann hat er mich angerufen und mir mitgeteilt, dass ich zu Sturm wechsle. Das kam wirklich überraschend. Für mich ist es wichtig, mit einer guten Mannschaft auf hohem Niveau zu trainieren und zu Einsätzen zu kommen. Wäre ich in Kapfenberg geblieben und hätte mit der zweiten Mannschaft trainiert, wäre meine Karriere wohl stagniert. Vom Tabellenletzten zum Meister, das ist ein Sprung, den ich mir eigentlich nicht erträumt hätte.
    Christoph, wann kam bei dir der erste Kontakt mit Sturm zustande?
    C: Eine Woche, bevor ich unterschrieben habe, hat mich der Trainer angerufen und mich gefragt, ob ich mir eine Rückkehr vorstellen könnte. Da musste ich nicht lange überlegen! Ich habe eh noch eine Rechnung mit Sturm offen, da ich in meiner ersten Zeit bei Sturm nur zu wenigen Einsätzen kam. Da war ich gleich Feuer und Flamme für dieses Angebot.
    Am Dienstag habt ihr gegen Landesligist SC Gleisdorf 09 getestet. Wie seid ihr mit eurer Leistung zufrieden? (Rubin und Christoph spielten die ersten 45 Minuten, Srdjan die zweiten 45 Minuten und erzielte zwei Treffer, Anm.d.Red.)
    C: In Anbetracht der schlechten Platzverhältnisse war es eigentlich in Ordnung. Es ist auf einem solchen Platz halt schwer zu kombinieren, wenn der Gegner hinten drinnen steht. Die Torszenen haben gefehlt, aber das darf man nicht überbewerten. Es war ein guter Test auf einem schlechten Boden. Jetzt wissen wir, was uns in Kapfenberg erwartet (lacht).
    S:Für mich sind diese Testspiele wichtig, weil ich Spielpraxis brauche. Ich war eineinhalb Jahre verletzt und muss erst meinen Rhythmus finden. Es ist immer schwierig, sich gegen unterklassige Mannschaften voll zu motivieren. Aber es ist wichtig, dass die Mannschaft gewonnen hat, so bekommen wir keine Probleme mit dem Trainer und müssen keine Extra-Trainingseinheiten schieben (lacht).
    R: Wie gesagt, die erste Halbzeit war eigentlich nicht gut, spielerisch war es zu wenig. Wir haben wenig bis gar keine Torchancen herausgespielt und deshalb waren wir und der Trainer nicht zufrieden. In der zweiten Hälfte haben es die Jungs dann besser gemacht.
    Euch drei verbindet, dass ihr bei euren Klubs zuletzt am Abstellgleis wart. Sehr ihr Sturm als Sprungbrett, um eure Karriere wieder in Schwung zu bringen?
    R: In Nürnberg war die Situation sehr schwierig. Nach fast neunmonatiger Verletzung bin ich in die deutsche Bundesliga gewechselt und dort gleich ins Training eingestiegen. Ich habe im Endeffekt fast ein halbes Jahr gebraucht, um körperlich wieder voll auf der Höhe zu sein. Ich habe immer wieder Rückschläge einstecken müssen, bis ich im Winter endlich in einer guten Verfassung war und ein paar Mal gespielt habe. Aber ich bekam eigentlich nie die Chance, von Beginn an zu spielen, sondern kam nur zu Kurzeinsätzen. In der Vorbereitung haben sie einen neuen Stürmer geholt, und ich war ich nur noch Stürmer Nummer drei oder vier. Da Nürnberg ein System mit nur einer Spitze bevorzugt, habe ich gespürt, dass ich kaum zu Einsatzminuten kommen werde, und wollte weg. Dann hat sich die Sache mit St. Truiden in Belgien entwickelt. Ich habe dort die ersten zwei Spiele gemacht, dann war ich gleich wieder sieben Wochen verletzt und es gab zwischenzeitig einen Trainerwechsel. Auch dort ist es also nicht optimal gelaufen. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass ich bei einer super Mannschaft mit einem super Trainer gelandet bin, wo wir für ein gemeinsames Ziel an einem Strang ziehen.
    S: Ich bin 28 Jahre alt und kann noch sechs, sieben Jahre spielen. Normalerweise ist mein Ziel das Ausland. Es ist der Traum eines jeden Spielers, ins Ausland zu gehen. Ich muss mein Bestes geben und auf meine Chance warten, viele Tore schießen - dann wird man sehen, wie es weitergeht.
    C: Bei mir war viel Verletzungspech mit dabei. Als ich zu Kapfenberg gewechselt bin, hat anfangs eigentlich alles gepasst. Ich habe meine Spiele in der
    Bundesliga gemacht, bis der Kreuzbandriss dazwischen kam. Dann war es eben so, dass ich Schwierigkeiten mit dem Trainer hatte. Wahrscheinlich hat ihm (Werner Gregoritsch, Anm.d.Red.) jemand eine Laus ins Ohr gesetzt, denn auf einmal hieß es, dass ich unbedingt nach Kapfenberg ziehen soll. Das wollte ich eigentlich nicht. Als ich wieder fit war, kam die nächste Verletzung dazwischen. Darüber wurden Dinge berichtet, die aus der Luft gegriffen waren, nämlich dass ich mir die Verletzung beim nächtlichen Nachhauseweg zugezogen hätte. Das ist ein kompletter Schwachsinn! Im Nachhinein ist es gut, dass ich aussortiert wurde, weil sonst hätte ich meine Chance, bei Sturm neu durchzustarten, wahrscheinlich nicht bekommen.
    Was euch weiters verbindet sind schwere Verletzungen, die euch immer wieder zurückgeworden haben. Wie habt ihr diese Zeit erlebt und wie war es, sich wieder zurückzukämpfen?
    C: Es ist immer wieder eine schwierige Zeit. Am Anfang ist man motiviert, dann kommt so ein Loch, das nur schwer zu überbrücken ist. Wenn es dann endlich bergauf geht und man mit dem Ball trainieren kann, bekommt man wieder einen Motivationsschub. Es braucht ungefähr die gleiche Zeit, die man verletzt ist, um wieder auf das Level zu kommen, auf dem man sich vor der Verletzung befunden hat. In meiner jungen Karriere war ich verletzungsbedingt schon viel zum Zusehen gezwungen, hoffentlich ist das jetzt vorbei.
    S: (Srdjan klopft auf den Tisch) Bei mir war es auch so. Ich war langezeit verletzt und konnte nur in der Kraftkammer trainieren. Nach zehn Monaten
    absolvierte ich mein erstes Spiel im Cup und habe gleich ein Tor gemacht. Im nächsten Spiel gegen Sturm habe ich mich gleich wieder verletzt und fiel erneut monatelang aus. Das war ganz schwierig, vor allem im Kopf. Ich bin froh, dass diese Zeiten vorbei sind und ich endlich wieder normal trainieren und hundert Prozent geben kann.
    R: Bei mir war es ähnlich. Die erste Verletzung, der Knorpelschaden, ist im September 2009 passiert. Ich musste drei Monate auf Krücken gehen und danach im Aufbautraining wieder von vorne anfangen, die Muskulatur neu aufbauen, langsam ins Lauftraining einsteigen etc. Das war eine ganz harte Zeit. Als es mir wieder gut ging, musste ich immer wieder kleine Rückschläge hinnehmen, das war auch nicht einfach. Du bist endlich gesund und nahe an der Mannschaft dran, und dann passiert wieder etwas. Du verstehst nicht, warum diese Dinge ständig passieren. Du musst trotzdem positiv denken, nach vorne schauen, an dich glauben und hart arbeiten, das ist das Wichtigste.
    Lesen Sie demnächst Teil 2 des Dreifach-Interviews über die Lehren aus der Vergangenheit, Trainer Franco Foda und andere prägende Trainerpersönlichkeiten, die gegenseitige Einschätzung der drei Neuzugänge, den „Acimovic“ der Blackies und den legendären „Sturm-Geist“
    Das wichtigste Gebot
    Bleibt keinem etwas schuldig, abgesehen davon, daß ihr euch untereinander lieben sollt. Denn nur wer seine Mitmenschen liebt, der hat Gottes Gesetz erfüllt. Alle Gebote, die Gott Mose gegeben hat - wie zum Beispiel: «Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen ... » -, alle diese Gebote lassen sich in einem Satz zusammenfassen: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» Denn wer seinen Mitmenschen liebt, tut ihm nichts Böses. Deshalb ist die Liebe das Entscheidende an Gottes Gesetz. (Römer 13)